Jonson on Tour

28.06.2014

Bremgarten – Breisach – Rastatt – Meine 11111. Übernachtung in Fahrzeugen

Tower Bremgarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schade. Von Westen drückt richtig schlechtes Wetter rein. Das Springerfliegen ist für dieses Wochenende wegen zu vielen Wolken abgesagt…Egal.. Gehe ich halt auf Tour den Rhein entlang Richtung Koblenz und dann nach Hachenburg zum DZG Treffen ab 03.07.2014

Free Living Platz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber erstmal besuche ich einen schönen Free Living Platz am Rhein.

Rhein bei Breisach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter geht es nach Breisach.

Stephansmünster Breisach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Stephansmünster überragt Breisach und bietet einen schönen Ausblick auf die Stadt und den Rhein.

11111.Freie Übernachtung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Rastatt finde ich einen ruhigen Platz am Baggersee.. Heute sagt mein Tagebuch…. Dies ist meine 11111. Übernachtung in Fahrzeugen..

8. September 1982

32 Jahre im Fahrzeug Leben. 11111 Übernachtungen in Fahrzeugen stehen heute in meinem Tagebuch.

Eine Gedankenreise über die Leichtigkeit des freien Lebens

Vor 32 Jahren bin ich ausgezogen aus der heilen Welt. Raus aus der Betonschachtel. Rein in meinen selbstausgebauten VW Bus. Klein, damals schon uralt, aber mein. Seitdem gehts meistens recht ruhelos durch die Welt mit so allerlei Gefährten. Mal ne gute Bleibe, mal ein Umzug ins neue Heim…größer..Immer größer. Wie die reale Welt halt auch. Später, nach dem VW Bus kam ein LT 28 LKW. Der Ausbau war schnell erledigt, Sperrmüll rein und fertig. Keine Heizung, kein Licht..Teelichter werdens schon richten.. Kurz vor der Bundeswehr kommt der erste Düdo – Mercedes 508..riesig.. Kurzer Radstand, ohne Hochdach. Drinnen kann ich schon fast stehen, habe ein Wasserbecken, eigeneToilette und einen Kleiderschrank. Der Düdo ist uralt, schlecht gepflegt und mit seinen kleinen Fenstern nicht gerade ein Traum. Irgendwann bin ich mit dem in Paris mit Motorschaden liegengeblieben.8 Freunde dabei,…und jetzt? Also alle schieben und jeden „dicken“ Antrampen. Nach 7 Tagen Düdotrampen sind wir schließlich echt zu Hause angekommen. Der kaputte Düdo ist noch lange meine Immobilie. Ein Zirkus kommt eines Tages daher und schiebt Schein für Schein für den Rosthaufen rüber …Ein neuer Düdo- auch schon 15 Jahre alt kommt als neue Hauptwohnung in mein Leben. Da ich ja auch lernfähig bin, diesmal einer mit langem Radstand und Hochdach.Dusche, Warmwasser, Gasheizung….Der Winter verliert seinen Schrecken…Wir bleiben ein langjähriges Paar. 3 mal Sahara, Nordkap, Portugal, Ostanatolien, Syrien, Jordanien.Der Düdo läuft und läuft…

Aber irgentwann ist auch damit Schluss.. Aus einer spontanen Eingebung heraus kaufe ich mir eine BMW GS 1100 Reisemotorrad und finde mich nach zwei Tagen in Amerika wieder…. Weltreise mit einem Motorrad, ohne jemals vorher auch nur einen Meter auf Reise mit einem Motorrad unterwegs gewesen zu sein. 18 Monate ist ein Zelt und der Weg mein Zuhause..82000 Kilometer Abenteuer..

Zurück in Deutschland, ein Experiment.

Eine neue Firma zahlt meinen Umzug?????Was denn???und eine Wohnung für 6 Monate. Ich lebe wieder “ Teilzeit“ in 4 Wänden mit Fussbodenheizung, jedem erdenklichem Luxus und Lampen , die am Kabel baumeln, nicht aufgebauten Ikea Möbeln, hallenden Wänden. Nachbarn- alle schon Tot, ohne erkennbares Leben in sich…Kein Platz für Musik..Nichtmal Vögel zwitschern mehr..Keine erfrorenen Füße mehr. Keine leeren Gasflaschen mitten in der Nacht…Unglaublich-fließend Wasser und eine Badewanne-kahl. Das Bad einfach leer. Keine Freiheit mehr. Keine Ölfinger. Nichts….Bin ich auch schon Tot, wie meine Nachbarn?

151 Tage Einzelhaft- 24 Std Ausgangssperre…. Dann ists vorbei, das Experiment…Freiheit taucht wieder auf. Ich bekomme für ganz kleines Geld einen Mercedes 1622. Ein Bekannter hat einen super Adria Wohnwagen( auch schon 25 Jahre Alt) Beides feiert in einer 8 stündigen Prozedur Hochzeit. Damals nur mal schnell als Provisorium angelegt, erweist sich das „Kultmobil“ ungeahnter Qualitäten. Billig, leicht und Groß. Alles wird mal schnell umgebaut…Ein ewiger Prozess über 10 Jahre. Das Kulti bringt mich in 61 Länder der Erde. 613412km zusammengelebt…Was für ein Auto…Manche, die es kennen, sagen-was für ein Schrott.

Hässlich, klapprig, instabil. Beim Sahara Willi Treffen wirds zum schlechtesten Wagen in Deutschland gewählt…Die haben alle keine Ahnung…Zum „Lebensende“ der Ritterschlag der Reisenden. Das weit gereistestes Auto der DZG. Alle 5 Erdteile…nie eine richtige echte Panne, mal abgesehen von den tagtäglichen Reparaturen mit Tape, Silikon und Draht….Ich weiss–wenn ich mal Zeit habe , mache ich es gescheid.. Die Trennung ist kurz und Schmerzvoll. Stehe bei einem Freund , der einen Omnibus O302 hat und Schimpfe über so einen Bus. Zu groß, zu teuer, Rost usw. Am nächsten Tag Kauf ich mir eine Fahrbücherei O303 – 12m lang 18 Tonnen schwer….Wer soll das verstehen.

Jetzt wird ausgebaut. Endlich eine Luxusbude. Fussbodenheizung. Kachelofen 300 Liter Wasser, Französisches Bett. 3 Monate nur Schrauben und dann die erste Ausfahrt. Es soll nach Griechenland gehen. Mit einem Segelboot auf dem Anhänger. Naja- das Gespann ist 20,5 m lang. Auch eine Herausforderung.

8 Kilometer vor der Fähre in Ancona ist alles zu Ende. Ein Geisterfahrer sucht sich mich aus und beendet sein Leben in meiner Wohnung. Ich höre nur noch den Rettungshubschrauber. Mir bleibt das blanke Leben. Sonst nichts. Dessert Mike holt mich mit einem Sprinter Tage später in Ancona ab. In Deutschland räumt Moni für mich ein Zimmer aus. Eine Bleibe fürs erste. Klamotten trudeln ein von Freunden. Ich bekomme Hilfe von allen Seiten. Noch heute fallen Glassplitter aus einigen Büchern und Fotoalben.

Ein Magirus Deutz 160 ANW betritt die Bühne. Schon ausgebaut. Also,8 Stunden einräumen und zum Schock verdauen wieder auf Reise, zurück zum Ort des Crash. Auf Tour dann Umbauten ohne Ende. Wieder 3 mal Sahara. Naher Osten. Nordkap. Zwischendurch immer wieder Arbeiten in China. 5 Sterne Hotel. Mandarin Oriental-ein Traum..Nicht für mich. Es fährt so schlecht, so ein Hotel..Die Freundin zieht mit in den Magirus. Jetzt ist alles voll. Trennung von jeder Menge liebgewonnener Dinge. Es geht so mit dem Platz. Am meisten Platz braucht der Hund…immer im Weg.

Ein Schindelholz Zirkuswagen taucht auf. Logisch, der Maggie hat ja ne Hängerkupplung und die soll man nutzen…Scheibchenweise der Umzug in die Villa. Platz ohne Ende, aber auch Gewicht und Spritverbrauch ohne Ende. Freiheitliebe kennt ab jetzt nur noch Parkplätze mit mindestens 30 Meter Länge und genügend Platz zum Rangieren….Der Radstand vom Magirus machen jedes Wendemanöver zum Albtraum.

Ein kurzer MAN 8/ 136 Allrad kommt vorbei und darf nun sein einstiges Bundeswehrleben mit Abenteuern als Zugmaschine aufpäppeln. Mit dem MAN gehts dann auch mal bisschen auf Tour. Nach 45000 km ist die kurze MAN Liebe verblasst. Zu wenig Bumbs für den Anhänger.

Bei Ebay wird ein DB 1217 Allrad ersteigert. Reifen finden sich am Därrtreffen. Den Aufbau steuert ein Freund von einem IFA 50 bei. Die neue Zugmaschine ist fertig und wartet auf Abenteuer. Erste Ausfahrten in die Hohe Tatra lassen Befürchtungen aufkommen. Der Dicke will und muss in die Sahara…..??? Hatten wir das nicht schon mal?? Ach ja! Wenn ich so rausschaue ist es ganz deutlich. Der Winter kommt. Die Freundin hat 3 Monate Urlaub genehmigt…Der Dicke wird sein natürliches Recht auf Sand unter den Reifen bekommen…Ich höre Ihn jeden Tag wiehern..Lass mich wegfahren..Die Fremde sehen..Brav bleiben. Nur noch ein paar Tage und Du darfst weiterziehen——und es wird so bleiben.

Die Sahara ists dann nicht geworden… Aber ich habe mir einen Traum erfüllt. Mit dem Zirkuswagen und dem 1217 er fahre ich für drei Monate in die Normandie und Bretagne..

Nach der Reise verkaufe ich den Zirkuswagen und ziehe in den LAK Shelter, der auf dem DB 1217er montiert ist….Diese Kombi hält einige Zeit ganz gut durch..Wegen neuer Aufgaben muss ich jetzt allerdings eine Menge Kilometer fahren..Desswegen stelle ich den LAK Schelter auf einen Anhänger ,den ein Land Rover TD 4 ziehen darf..Damit gehts auch wieder auf einige interesannte Reisen. zb Kreuz und Quer durch die Pyrenäen. Der Freundin gefällt aber das kleine Fahrzeug ganz und garnicht… Sie steht auf MAN KAT…

Also wieder ein Umbau…Ein KAT, ex Bundeswehr speziall Offroad Truck mit 12 Tonnen und 260 Ps kommt her.. Dieselverbrauch jetzt 40 Liter auf 100 Kilometer. Auch mit diesem Fahrzeug erleben wir einiges auf Reise…Marokko lässt uns damit schon mal nicht Einreisen. Egal. Die Portugal/ Spanien Reise für 10 Wochen war auch nicht schlecht.

Wieder zurück in Deutschland stellen wir den LAK Schelter auf einen anderen Anhänger. Als Zugfahrzeug dient jetzt ein High Power Düdo DB 613.

Ich hatte schon lange den Traum von einem Kabe Wohnwagen.. Beste Qualität und eine einwandfreie Wohnung auf Rädern. Zufälligerweise ergibt es sich , das ich einen dieser rollenden Traumwägen gebraucht ergattern kann. Der Kabe wird für ein Jahr meine Wohnung, hält aber leider nicht was die Werbung verspricht..

An einem Tag ist der Umzug in einen MAN BDF 19 Tonnen 400Ps LKW erledigt…Das  zuhause für 966 Übernachtungen…Auch mit diesem Truck wollen wir was erleben…Noch sechs Wochen, dann gehts damit auf Winter Tour 2011..Aber vorher wird der Aufbau umgebaut… Es ist wie immer.. Wagenleben heisst umbauen..Einen Aufbau planen und so lassen ist nun nicht mein Leben.. Die Wohnung darf sich auch mit dem Täglichen freien Leben ändern..

Nach 60000 Kilometern auf Tour ist der Mega MAN bereit zum Besitzerwechsel.. Kaum von einer kurzen Reise von Rügen zurück ist meine MAN Wohnung verkauft.. Bei Ebay ersteigere ich kurzerhand einen Mercedes Düdo 711 der meinen neu bestellten Kühlanhänger ziehen darf..Im May 2013 wir der Kühlanhänger geliefert und innerhalb von 4 Wochen zur Free Living Wohnung ausgebaut.. Es folgt eine lange Reise in die Schottischen Highlands und eine Überwinterungsreise nach Südspanien..

Der 711er Düdo erweist sich mit seiner langen Hinterachse als recht schwaches Zugfahrzeug und wird gegen einen 814 Düdo mit kurzer Achse und Diff Sperre getauscht..Mein 5. Düdo im Leben.

Wer sich als “ Normal Camper“ neben mich stellen will, überlegt es sich meistens nochmal und dreht dann ab. Die Vollkasko Gesellschaft schaut oft auf freie Menschen wie auf Aussätzige. Wohnbunker Menschen, Arbeiter Regale- für mich ists so , als würden die Talentlosesten in einen Raum gepfercht und bei Arbeitslager und Brot gezwungen Ihr Leben viereckig und graugrau absitzen. Ihre Welt ist einfach so eingerichtet, behütet, beschützt, mit allen Versicherungen- Vollkasko. Ich sehe einen geeigneten Platz für die Nacht und verspüre den Wunsch weiterzufahren.   Hier könnte ich Übernachten, dort aber auch. Ich bin ein freier Mensch, weil ich wenig habe ( jedenfalls weniger als die meisten in Deutschland – nach „normalen“ Gesichtspunkten gesehen ) und doch so unendlich viele Möglichkeiten.

Wagenleben————Das Leben wagen.

Auf die nächsten 11111 Übernachtungen.

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